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Sabrina Ahrens muss weichen

Stuttgart (DFBL/rkf) - Sabrina Ahrens vom SV Moslesfehn hat keinen Platz im EM-Kader der deutschen Frauen gefunden. Am Montag gab Bundestrainerin Silke Eber drei anderen Abwehrspielerinnen den Zuschlag für die Europameisterschaft, die am 27./28. September in Karlsdorf stattfindet. Nachdem Silke Eber vor drei Wochen nach dem abschließenden Lehrgang in Niedernhall nur zwei Zuspielerinnen und drei Angreiferinnen nominiert hatte, entschied sie sich in der Abwehr nun für Annika Lohse und Alexa Pabst vom Ahlhorner SV sowie für Sarah Schenk vom TV Stammheim.

 

Ein Interview mit Sabrina Ahrens

 

Am 27./28. September 2008 finden im badischen Karldorf die Damen-Europameisterschaften statt. Die deutsche Nationalmannschaft trifft dabei auf die Vertretungen aus Österreich und der Schweiz. Grund genug, sich einmal ein Bild von den Vorbereitungen im deutschen Team zu machen. In einem Interview nimmt dazu Sabrina Ahrens, Stammspielerin beim SV Moslesfehn, Stellung (das Interview wurde von Heino Kreye geführt und noch vor der DM in Hirschfelde aufgenommen).

Frage. "Sie stehen in diesem Jahr wieder im erweiterten Damen-Nationalkader; wie sind sie überhaupt zum Faustball gekommen"?
Sabrina Ahrens: "Beim TuS Döhlen kam ich als 7-jährige zum Faustball. Für uns Mädchen war das damals überhaupt DIE Mannschaftssportart. Weil sich die Döhler Jugendmannschaft auflöste, wechselte ich dann mit 17 zum benachbarten SV Moslesfehn und wurde gleich Stammspielerin in der 1. Mannschaft. Wobei unser Team gleich einen regelrechten Durchmarsch hin legte, und zwar von der Bezirksliga bin hin in die 1. Bundesliga. 2007 wurden wir dann auf dem Feld Deutscher Vizemeister, und in diesem Jahr holten wir Bronze bei den Europokalspielen".

Frage: "Sie kommen gerade aus Nürnberg, wo in diesem Jahr der zweite Kaderlehrgang statt fand. Aber kann man als langjährige Spitzenspielerin bei solchen Maßnahmen überhaupt noch was dazu lernen"?
Sabrina Ahrens: "Wirklich so einiges! So bietet die Damen-Bundestrainerin Silke Eber zum Beispiel viele kompakte Trainings- und Übungsreihen an, die nicht nur der verbesserten Spiel- und Positionsabstimmung dienen, sondern von uns auch als neue Ideen mit in unsere Heimatvereine genommen werden.
Klar vorrangig ist dabei natürlich die Teamfindung, wo nicht nur die Anpassung der individuellen Fähigkeiten erfolgt, sondern auch die Ausbildung einer homogenen Mannschaftsstruktur mit klar festgelegten Strukturen und einer unmissverständlichen Aufgabenzuweisung.
Nicht besondern betonen muss man wohl nicht, dass natürlich auch die körperlichen Anforderungen bei so einer auf drei Tage ausgelegten Selektion ausgesprochen hoch sind. Die Bundestrainerin will eben auch sehen, wo die physischen Belastungsgrenzen jeder Spielerin liegen."

Frage: "Dann werden also klar andere Voraussetzungen als im "einfachen" Erstliga-Spielbetrieb gefordert"?
Sabrina Ahrens: "Auf jeden Fall! So ist sicherlich nicht überall bekannt, dass sämtliche Kaderspielerinnen einen "Aktivitäten-Plan" führen, in dem nicht nur die obligatorischen Bundesliga-Trainingseinheiten festgehalten werden, sondern auch noch die zusätzlich von ihr geforderten Vorgaben und Zuweisungen. So ist es für mich im Übrigen klar, dass deshalb noch so mancher Waldlauf, so mancher Besuch im Fitness-Studio oder die Teilnahme an einer auch artfremden Trainingsstunde sozusagen dazu gehört. Immerhin steht man in der Pflicht, denn Silke Eber arbeitet diese Pläne nicht nur so aus, sondern sie will auch sehen, was sie denn gebracht haben!"

Frage: "Jetzt sagen sie bloß, in diesem Zusammenhang spielt das Thema Ernährung auch noch eine Rolle"?
Sabrina Ahrens: "Ja klar! Schon auf den ersten Kaderlehrgängen wurde zu entsprechenden Themen referiert und allen auch praktische Beispiele vor Augen geführt. Aber ich denke, für einen Leistungssportler gehören solche Dinge ohnehin zum Standard. Jeden Abend eine doppelte Ladung Pommes-rot-weiß liegt also nicht drin"!

Frage: "Die diesjährigen Frauen-Europameisterschaften finden im süddeutschen Karlsdorf statt. Wie sehen denn sie ihre Chancen, ins endgültige Aufgebot zu springen"?
Sabrina Ahrens: "Die Saison lief für mich gut, es gab keine Verletzungen und auch der bisherige Selektionsverlauf im Kader lief meines Erachtens ganz gut. Meine härtesten Konkurrentinnen dürften dabei die Ahlhornerinnen Alexa Papst und Annika Lohse sein, und dazu gesellen sich noch Bettina Berning vom Hirschfelder SV und Sarah Schenk vom TV Stammheim"!

Frage: "Bleibt ihnen da eigentlich noch eine gewisse Art von Freizeit"!
Sabrina Ahrens: "Ich arbeite in einem technischen Beruf mit allerdings viel Bürotätigkeit. Für mich sind da die Stunden auf den Sportplätzen die allerbeste Freizeitbeschäftigung. Und dann habe ich noch ein Hobby:
Wenigstens einmal in der Woche trainiere ich die Faustball-Schülerinnen des TuS Döhlen. Ich möchte diesem Verein wenigstens etwas von dem zurückgeben, was ich durch ihn für mich habe gewinnen können"!